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Das erste Treffen

Toni atmete tief durch. „Diese Luft“, murmelte er vor sich hin. „Wie im Paradies!“ Er roch noch einmal, sog die erwachenden Düfte des Frühlings in sich ein. Seine Seele fühlte sich unheimlich leicht. Seine Augen konnten sich an den Farben der Blüten nicht satt sehen, seine Ohren vernahmen nichts weiter als all die vielen Vogelstimmen.
„Welch ein Wunder“, murmelte er wieder. „Nach all den gräßlichen grauen Monaten, in denen mich eine Depression nach der anderen überfallen hat. Endlich wieder frei!“
Wie gut nur, daß Toni etwas am Rande des Parks seinem Ziel entgegen lief. Wahrscheinlich würden die Menschen ihn für etwas verrückt halten, wenn sie seine Selbstgespräche mitbekommen würden.
„Genau das richtige Wetter für ein erstes Treffen“, redete er wieder vor sich hin.
„Wie sie wohl aussieht?“ Diesmal dachte er seine Frage nur, als wenn ihm plötzlich bewußt geworden wäre, daß er ständig vor sich her sprach.
„Ihre Stimme jedenfalls... Ja, ihre Stimme...“
Leichtfüßig und in freudiger Erwartung lief er seinem Ziel entgegen.
© by J. Heinrich Heikamp

 

 

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