Prosa

Die wandernde Schlacht

Wie Wesen aus einer anderen Dimension, geboren aus Eis und Gewalt, bekleidet mit glänzendem Stahl, der von ihren starren Masken, die einst Gesichter waren, ablenken will, und die Mauern, die dahinter liegen, doch nicht zum Einstürzen bringen kann, marschieren sie ihrem Ziel entgegen.
Sie gehen unbeirrt ihren Weg. Nicht einmal die grüne, singende Welt um sie herum – melodische Vögel, betörende Düfte exotischer Blumen und farbenprächtige Regenbogen, lachende Elfen im Tanz mit lustigen Affen – kann sie von ihrem Auftrag abhalten. Ein Auftrag, der nur Schmerz und Leid in sich trägt.
Wie Wesen aus einer fremden Dimension schlagen sie sich ihren Weg durch die Wildnis, der Geburtsstätte allen Lebens, von Gott, ihrem Herrn, erschaffen zu ihrem Geschenk – und von ihnen abgelehnt.
Sie rollen stahlglänzend, erschreckend schön zum Anfang vom Untergang der Welt. Jedes Gefühl, Haß und Liebe, wird verbrannt und verdrängt vom Zielpunkt ihrer verkümmerten Gehirne, die nicht länger Menschen gehorchen, sondern zu Programmträgern von kalten Maschinen deformiert sind.
Wie Wesen aus dunklen Dimensionen gehen sie zielstrebig mit festen Schritten ihrem Untergang und dem ihrer Welt entgegen. Gewollt und geplant.
Kräftige Stahlfäuste führen mit tödlicher Sicherheit feurige, alles verbrennende Waffen. Sie wurden gebaut von unbekümmerter Menschenhand, nie im Traum für solche Zwecke. Doch wer will es verhindern?
Gewaltige Blitze kommen von erzürnten Himmeln, der Boden tut sich auf, zu verschlingen die mutierte Gottesschöpfung. Zurück bleiben nur Schmerz und Leere. Kommt nun Frieden?
© by J. Heinrich Heikamp

 

weiter zur nächsten Prosa